Langer Ritt nach home sweet home – und ANGEKOMMEN!

Heut um 09:30 losgefahren, den abgebrochenen Fahrradständer noch eingepackt (zum Glück ja auch nicht lebensnotwendig) und nen km neben dem Campingplatz am Deich gemütlich meine zwei Brötchen gefrühstückt. Dann zum nächsten Ziel weiter nach Boizenburg. Laut Karte liegt das nur ca. 5km nördlich und es soll eine Verbindung über die Elbe geben. Nachdem ich der Strecke für ca. 30min gefolgt bin, stellte sich raus, dass diese Route direkt in der Elbe endete (s. Pic). Ein genauerer Blick auf die Karte sagte, das hier eine Fährverbindung sein solle, was aber dem Anschein nach höchstens vor einer Ewigkeit der Fall sein könnte.

Da die nächste Verbindung zum Nordland ziemlich weit weg ist, beschloss ich Boizenburg auszulassen und direkt nach Lauenburg zu fahren, wo es die besagte Brücke gibt. Der Vorteil dieses Umweges war, dass ich eine riesige Landschaft ohne jegliches Anzeichen von Zivilization fand – chillig (s. Pics).

Als ich dann auf der anderen Elbseite von Lauenburg stand und auf diese Stadt schaute (s. Pic), dachte ich mir schon: Lauenburg scheint auch ziemlich urig zu sein, vermutlich auch mit vielen uralten Häusern.

Nach Überquerung der gr. Elbbrücke in Lauenburg fand ich auch das Schild, welches das Bundesland Schleswig-Holsteig zeigte. Yeay! Lauenburg selbst ist ne wirklich coole Stadt wie erwartet mit einer gut erhaltenen Altstadt. Da war ich nicht das letzte Mal! Bevor ich die Stadt verließ fand ich einen Laden für antiquarische Bücher. Der Besitzer, ein sehr netter Mensch, erzählte, dass er selbst mal eine ähnliche Reise wie ich unternahm, allerdings zu Fuß. War ein schönes Gespräch und Austausch und der letzte Stop in der Stadt.

Danach ab Richtung Westen nach Geesthacht. Bestimmt 10 km an der Hauptstraße entlang, bis ich den Wegweiser von Krümmel entdeckte. Da gabs doch Strom! Also rein in das Gebiet. Erst fand ich das riesige Umspannwerk mitten im kl. Wald und dann auch schon das Atomkraftwerk, welches ich dann auch eingehend von außen besichtigte (s. Pics). Kleiner Funfact: Auf dem Gelände wurde der Nobelpreis in gewisser Weise erfunden. Alfred Nobel entdeckte das Dynamit und hatte hier eine Fabrik zur Herstellung errichtet, mit der er sein erstes Vermögen schuf. Am Ende war dies der Grundstock für die Nobelpreis-Stiftung. Auf dem Geländer sind immer noch paar alte Ruinen zu finden, obwohl die Fabrik auch mal explodiert ist (war klar).

Nach dem AKW dann weiter und an nem Pumpspeicher-Kraftwerk vorbeigekommen. Gut imposant das Ding, war da auch mal nach oben geklettert, um den Überblick über die Anlage zu bekommen.

Anschließend am Zollspieker vorbeigefahren, bis ich dann bei meinem Campingplatz ankam. War ein riesiger Platz (s. Pic), aber ich fand erst keine Rezeption. Bei Nachfrage eines Campierers erhielt ich die Antwort, dass dies nur für Dauercamper gedacht ist – genauso wie die benachbarten Plätze – SHIT! WAS NUN? Entweder Wildcamping, oder in ne Pension in Hamburg oder direkt nach Hause fahren. Es war schon 18:45, ich an die 9h geradelt und eigentlich gut kaputt.

Da das Wetter aktuell (nur am Nachmittag gabs immer mal wieder kurzen Niesel) bombe war, ich grad kein Bargeld mehr hatte und das Ziel Wedel mit seinen 46 km zwar weit weg, aber dennoch nicht unerreichbar schienen, entschied ich mich direkt zu fahren. So wäre ich auch einen Tag früher als geplant da, was auch nicht so schlecht ist. Außerdem kannte ich im Westen von Hamburg gefühlt jeden Grashalm. Also: ENDSPURT!

Nach dem Zollenspieker die Bunthäuser Spitze passiert. Für alle Schiffsmenschen: Hier beginnt der Binnenbereich der Elbe (davor ist Seebereich). Danach vom Südosten nach Hamburg reingekommen. Und dann mit einem schnellen Ritt (diese Strecke kenn ich wie gesagt in und auswenig) durch die Hafencity, Landungsbrücken, Altona, Blankenese und Rissen gebrettert, bis ich am Ende zur Ortsgrenze Wedel gelang und schon mal den ersten Jubelschrei aus stieß! (s. Pic).

Dann weiter zum Hafen, wo ich dann auch die letzten Fotos machte, ein wenig realisierte, dass ich wahrscheinlich zwischen 550 und 600 km Fahrrad gefahren war und nun tatsächlich am Ziel angekommen bin. Die Möhre hat erstaunlicherweise durchgehalten!! Es war nun 21:30, womit ich 12h unterwegs war, wovon vermutlich 10,5h auf dem Rad. Es waren am Ende an diesem Tag ca. 100 km! Am Ende spürte ich auch jeden Millimeter :D. Aber wie erwähnt sogar ein Tag früher als geplant nach Haus gekommen – Goil!

Morgen geht’s dann auf n gr. Bday von ner Freundin, welchen ich erfreulicherweise aufgrund des verfrühten Ankommens mitnehmen kann. Und dann kommt noch ein letzter Blog-Eintrag, mit bissle Zusammenfassung (km, Dauer, was cool war usw.).

Umspannwerk beim AKW Krümmel – Brutzelte wie Würstchen auf der Pfanne

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