Da geht noch was (updated)

Mein Strom ist beinah alle (hab noch 2%), daher nur ein kurzes Update heut. Ich hab mich entschieden weiterzufahren und bin nun nur noch ca. 20 km von Salzwedel entfernt. Morgen werde ich dann Sachsen-Anhalt verlassen, vermutlich in Richtung Elbe. Dort gibt es viele Campingplätze mit Strom, doch heute bin ich in freier Wildbahn im Busch. Und unter ein paar Bäumen, weil es hier paar h regnen soll. Bei der Fahrt heut hatte ich nur ca. 15min Regen abbekomm. Ca. 60 km bin ich heut in 5h geradelt, Morgen gibts wieder mehr Input und ich werd dann diesen Eintrag hier auch mit paar mehr Infos & Bilder updaten.

Update:

Wie versprochen hier die weiteren Erlebnisse des gestrigen Tages, da ich nun wieder Strom habe.

Schlecht gepennt, weil direkt neben mir im Zelt zwei kl. Kinder nachts als Sirenen fungiert haben. Daher erst um 10:00 aufgestanden, als die Family gerade abgedampft ist. Ziel für heute: Salzwedel, was in ca. 85km Entfernung liegt. Da ich die Landstraße meiden möchte (wg LKWs), wird dies auf jeden Fall eine toughe Tour.

Von ihr selbst gibt es auch gar nich viel zu berichten, ich bin über Landstraßen gefahren. Nach ein paar h kam ich in dem Landkreis von Salzwedel an (Ort heißt Sachau) – jubel! – auch wenn Salzwedel auch immer noch bestimmt 50-60km entfernt ist. Dann durch einen Wald, in dem der Pfad allerdings nur aus Sand bestand (war so knapp ne h schieben angesagt, weil ich immer eingesunken bin mit den schmalen Reifen und nebenan fahren ging auch nicht – uff). In dem Wald ging dann auch das erst mal mein Rad etwas kaputt. “KRACHTS!” machte es. War ein Stock, der eigl ziemlich klein aber doch zu stabil war und der ist mir hinten das Rad hoch gegen’s Schutzblech gekommen und hat das einfach mal zusammengedrückt wie ne Flunder (s. Pic). Konnte ich aber wieder so richten, dass es nicht schleift, daher halb so schlimm.

Als ich so 20km vor Salzwedel war (ca. 16:30) sah ich auf einmal das Schild “Camping” an ner Wand wo nebenan n Freibad war. War gar nicht eingezeichnet, trotzdem passte mir das sehr gut, weil komischerweise meine Knie heut mal rummuckten. Die Frau meinte, das Schild sei uralt und der Campingplatz is schon lange nicht mehr da, aber sie sagte, dass ich mich trotzdem neben dem Freibad in nem Busch für ne Nacht hinlegen konnte 😀

Zelt also aufgebaut und dann nochmal in das Nest hinein gefahren, um mir n Radler o.ä. zu holen. Das Nest heißt Apenburg und hat die riesige Summe von 700 Einwohnern, aber immerhin 2 Gaststätten! (Wedel hat auch nur 2 oder so, oder? :D). Zur ersten also gegangen und an Tisch gesetzt bis nach paar min. jemand kam und “Was ist denn hier los?” schrie. Es war offensichtlich der Wirt, der scheinbar nicht happy darüber war, dass ich den Hintereingang nahm, obwohl der Haupteingang abgeschlossen war. Nachdem er mein Fahrrad sah und fragte wo ich her kam, hatte er sich aber schnell beruhigt und mir auch schnell mein Radler serviert. Diese Gaststätte war ein Glückfall, da ich bestimmt 2-3h dort verbrachte. Zuerst quatsche ich mit dem Wirt selbst, der eine Tocher in Hamburg hatte und bisschen was von der Gegend im Austausch für ein paar Reiseerlebnisse meinerseits erzählte. Dann kam ein öffensichtlich relativ alter Mann in sonem elektrischen Wagen für alte Leute (Rollstuhl-Ersatz). Er ging aber die paar Schritte von seinem abgestellten Wagen zu unserem Tisch und als er sich setzte hatte der Wirt ihm schon einen Fuchs (Irgend son Schnaps) und n Cola-Bier ohne Nachfrage serviert. Dann sagte der Wirt, dies sei Werner. Wird Ende August 90 und steckte sich erstmal ne Zippe an 😀 Anschließend kamen noch rund 8 Leute, von denen keiner sagte, was er trinken wolle, sondern der Wirt wusste Bescheid 😉 Sehr sympatisch! Offensichtlich kamen die Leute jeden Tag hier hin und ich erfuhr dass die Hälfte als Gerüstbauer arbeitete und der Wirt auch gleichzeitig ihr Chef war. D.h. sie gaben ihren Lohn direkt an den Chef zurück, im Austausch für einige Bierchen und Schnäpschen – das nenn ich mal Kreislaufwirtschaft! Und es war mega lustig mit ihnen. Ich erzählte von meiner Reise und sie von vielen DDR Geschichten, aktuellen Lokalnews oder was sonst noch so abging. Der Wirt selbst war zur Wende schon mitte 30 und hatte damals schon viel gemacht, dementsprechend Stories parat. Gegen 8 bin ich dann zurück ins Zelt, und wie oben erwähnt, war dann mein Strom beinah alle. Der Regen, welcher für die Nacht angekündigt war, ging übrigens mal wieder über mich hinweg.

9 comments

  1. *grübel*
    Fahr doch mal 10 Stunden statt 5, dann kommste doppelt so weit. 😀

    Bin voll gespannt, was noch kommt!

    1. Da ich noch paar Tage fahre, muss ich mit meinen Kräften bissle haushalten 😉 Außerdem brauch ich immer Reserven, falls iwas doofes passiert (Navi aus, Rad kaputt o.ä., da ich ja allein fahre 😉 )

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