Das ist also Gotha

Heut war n bisschen Aktion, doch eins nach dem anderen.

Nach einer recht guten Nacht und nem entspanntem Tag-Beginnen bin ich um 12:10 Richtung Gotha abgereist. Direkt hinter dem Campingplatz fand ich den Namensgeber für den selbigen: Den Staudamm Lützensee. Gar nicht mal so schlecht das Ding (s. Pic). Danach war der Wald plötzlich zuende und ich hatte eine schöne Aussicht über den Bereich nördlich des Thüringer Walds (s. Pic). Nun folgte wieder eine unangenehme Schnellstraße, welche allerdings ca. 20 min bergab ging (s. Pic). D.h. ich konnte den Ursprung meines Rads (=Rennrad) mal voll ausnutzen. Zusammen mit meinem Gepäck war das Abheben nicht mehr fern 😀 (50 km/h waren das locker). (als ich bissle langsamer war hab ich mal n Video davon gedreht (s. u.).

Nach dem Verlassen des nächsten Ortes und einem Umschauen wurde mir klar, dass der Thüringer Wald hinter mir liegt – ein monumentales Freuen blieb nicht aus!! (s. Pic)

Eine Weile später kam ich zu einem Straßenschild, welches den Ort Gotha das erste mal zeigte (s. Pic). Nun war es nicht mehr weit, doch es folgte noch eine kl. Bergauffahrt – was mich inzwischen aber schon nicht mehr so schockt. Kurz darauf erreichte ich Gotha vom Süden – Der Vorort Uelleben gehört seit den 1990er zu der Stadt dazu (wenn ichs richtig gelesen hab).

Gotha selbst hat einiges aus der Barockzeit (z.b. das Schloss), aber auch die Altstadt zeigt Anzeichen dafür. Und es gibt hier noch richtige Straßenbahnen. Laut wikipedia die letzten Existenten, wobei mir der Unterschied zur Tram in z.b. Berlin oder Bremen nicht ganz klar ist. Was noch interessant war, is ne Ahnentafel, welche zeigt, dass quasi alle adelige Herrscher der europäischen Ländern miteinander verwandt sind (von Spanien über Norwegen, England bis nach Liechtenstein). Aber aus meinen Erinnerungen meines Dads kam mir tatsächlich nichts aus dieser Stadt bekannt vor – einfach zu lange her.

Nach einem gemütlich Kaffee und dem dabei Zuhören des für mich bissle funny (wenn auch tatsächlich noch bissle vertraut durch meinem Dad) klingenden Akzents zeigte die Uhr 17:30. Ich hatte noch schnell einen Campingplatz in 50 min Entfernung online gebucht, doch irgendwie kam nach dem Bezahlen ein Fehler. ich hatte auch angerufen aber nie jemanden erreicht. Da ich lt. Internet bis 19:00 dort sein musste, schnell auf die Möhre geschwungen und losgeradelt.

Das Navi zeigt mir eine direkte Strecke, welche ich für gute 30min lang radelte. Als diese allerdings an einer gesperrten Brücke endete und gleichzeigt mein Navi ausging, begann es ein bisschen hektisch zu werden. Ich hatte zwar eine Powerbank, aber dachte mit meiner Erinnerung an die Alternativ-Route und der Sonne, welche als Kompaß fungierte, muss ich die jetzt nicht zum Laden verwenden. Ich nahm nun also die Alternativ-Route aus dem Kopf und radelte einige Zeit lang. Gefühlt um 18:30 fragte ich einen entgegen kommenden Jungen nach dem Campingplatz. Er sagte, dieser läge noch gut 5-6 km entfernt und die hlb h, welche ich noch hatte, würde knapp werden. Ich tritt also heftig die Padalen und erreichte gegen 19:00 den Platz.

Die Angestellte telefonierend und offensichtlich nicht bester Laune fragte mich, ob ich reserviert hätte. Ich bejahte dies und es stellte sich heraus, dass durch meinen Fehler die Buchung gar nicht ankam – sehr ärgerlich. Als ich mich dann erkundigte, ob noch ein Plätzchen frei wäre, sank ihre Laune noch einmal ab (meine allerdings auch ein wenig, weil sie die ganze Zeit am Telefon war und ich immer zwei mal nachfragen musste, ob sie nun mich meinte). Während des Eingebens meiner Daten unter Betrachtung meines Persos fragte sie plötzlich: “Haben Sie einen negativ-Test”? Dies erstaunte mich, da Thüringen als eins der wenigen Bundesländer für Hotel / Zelt-Übernachtungen doch gar keinen benötigte. Als ich ihr dies sagte, meinte sie, dass ich ja aus Bamberg käme und das nun hoch-inzidens-Gebiet sein solle. Erstaunt und aus Ermaglung der Kenntnis über die aktuellen Bamberger Zahlen bot ich an, einen von meinen mitgebrachten Schnelltests zu nehmen, was sie aber nicht akzeptierte. Gerade sah ich mich schon in Richtung Erfurt radeln, wohlwissend, dass das hier nix mehr werden würde, fragte sie ob ich Strom brauchte oder nicht :D. Am Ende hab ich also mein Plätzchen bekommen (sogar mit kostenlosem Strom) – nice. Einziger Wermutstropfen: Mein Zeltplatz liegt in deutlich Hörreichweite der Autobahn, aber man kann nicht alles haben. Und da ich heute 7h gereist bin – aufgrund der 1h Gotha anschauen also ca. 6h geradelt – sollte ich auch müde genug werden um einzupennen. Eben kurz vorm Bloggen dann noch schnell was zu mampfen besorgt. Die einzige Möglichkeit dazu war Bistro an der Tanke (ca. 1km entfernt). Der Schuppen heißt “Tank Rast Drei Gleichen”. Kl. Tipp: Esst da kein Salat! Das Zeug räumt den Magen schneller leer als ihr bis 100 zählen könnt – wurgs.

Insgesamt waren dies heut um die 50km – es ging zwar auch ma bergauf, doch kein Vergleich zu gestern. Morgen ist dann Erfurt dran. Werde gleich nem Eingeborenen schreiben, wo es gute Thüringer Würste gibt – sind im Original natürlich n must-have! Außerdem muss ich mich morgen Entscheiden, welche Route ich zurück nach Wedel nehme – es gibt wohl drei zur Auswahl. Aber das werde ich mir im morgigen Nachtlager ansehen. Jetzt ist es 23:58 und ich versuche zu pennen – Gute Nacht.

Thüringer Wald Pfad
Komm mir vor wir n Porsche

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